Wo alles begann – das Fagus-Werk

Im beschaulichen Alfeld im Landkreis Hildesheim versteckt sich ein Architektur-Juwel von internationalem Renommee – das Fagus-Werk.

Das Werk wurde 1911 vom jungen Architekten und späteren Bauhausgründer Walter Gropius errichtet und gilt weltweit als Ursprungsbau der Moderne (Hinweis: Das weitaus bekanntere Bauhausgebäude in Dessau – siehe Blog-Eintrag – entstand 1925/26).

100 Jahre nach seiner Errichtung im Juni 2011 erklärte die UNESCO das Gebäude zum Weltkulturerbe.

Seit über 100 Jahren werden in den Fagus-Werken Schuhleisten hergestellt. Bis heute beliefert die Firma bekannte Schuhhersteller wie Lloyds.

Der Name der Firma entstammt der lateinischen Bezeichnung des Holzes, aus dem die Leisten hergestellt werden: Die Buche – lateinisch „Fagus“.

Architektonische Besonderheiten

Die gemauerten Pfeiler zwischen den Fensterbändern treten optisch kaum in Erscheinung – viele halten die Fassade für voll verglast. Der Trick dahinter: Um die Fensterbänder noch stärker hervortreten zu lassen, wurden die Pfeiler so gebaut, dass sie sich Richtung Dach immer mehr zurückziehen. So wirkt die Fassade eben beinahe wie voll verglast.

Um die stützfreien Eckfenster zu ermöglich, war eine aufwändige Konstruktion erforderlich – der berühmte „Gropius-Knoten“:


Die Fabrik

Das Sheddach gewährleistet eine gleichmäßige Beleuchtung der Fabrikfläche – in Kombination mit den großzügigen Fensterflächen ergibt sich so ein freundliches Arbeitsklima. In der Fabrikhalle finden auch regelmäßig Konzertveranstaltungen statt.

Das Verwaltungsgebäude

Hier befinden sich die Büros der Geschäftsleitung und der Angestellten sowie Besprechungsräume.

Das ehemalige Maschinenhaus dient jetzt als Kantine – und Café:

Lagerhaus

Auf den Bildern ist das Lagerhaus als das hohe, hellverputzte Gebäude mit dem roten Dach zu erkennen. Die Besonderheit im fünfstöckigen ehemaligen Lagerhaus sind die luftdurchlässigen Holzböden, die eine schnelle Trocknung des dort früher gelagerten Buchenholzes ermöglichten. Nach einer Sanierung findet der Besucher hier nun eine interessante Ausstellung zu den Fagus-Werken und Gropius:

Wir sagen: Auf zur Schatzsuche in die Provinz!

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